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Elefantenreiten am Fuß des Mount Everest
am 2016-08-19 16:42:47

Die Deutsch-Nepalische Hilfsgemeinschaft leistet nach den schweren Erdbeben in Nepal im Jahr 2015 Hilfe beim Wiederaufbau. Im nächsten Jahr bietet die Gemeinschaft eine Reise in den Binnenstaat an.

Fast 9000 Menschen verloren ihr Leben, als 2015 in Nepal innerhalb weniger Wochen mehrmals die Erde bebte. 800 000 Häuser stürzten ein, weite Teile des Landes glichen einem Trümmerfeld. „Die Hilfen liefen sehr schleppend an“, sagt Richard Storkenmaier. Er ist der stellvertretende Vorsitzende der Deutsch-Nepalischen Hilfsgemeinschaft (DNH). „Erst in diesem Frühjahr ist der Wiederaufbau angelaufen“, sagt Storkenmaier.

Es waren vor allem internationale Organisationen wie die DNH, die die Bewohner in den ersten Wochen nach den Beben mit Lebensmitteln versorgten und die nun den Wiederaufbau vorantreiben.

62 Schulen betreut die Stuttgarter Nepalhilfe, die ihren Sitz an der Schulze-Delitzsch-Straße 22 hat, in dem südasiatischen Binnenstaat im Himalaja-Gebirge. 40 der Schulen wurden durch die Erdbeben ganz oder teilweise zerstört. Der Unterricht wurde in Provisorien weitergeführt. Die DNH baut nun die Schulen sukzessive wieder auf. „Das ist eine große Aufgabe für uns“, sagt Storkenmaier. Nur mit Spendengeldern kann der gemeinnützige Verein diese Projekte umsetzen. Vor Ort arbeiten die Bauteams unter der Leitung von einheimischen DNH-Mitarbeitern derzeit an zehn Schulen in verschiedenen Distrikten gleichzeitig.

Bei einer Reise Land und Leute kennenlernen

Im Frühjahr 2017 organisiert die Deutsch-Nepalische Hilfsgemeinschaft eine dreiwöchige Reise nach Nepal. Das Angebot richte sich sowohl an DNH-Mitglieder als auch an Nepalinteressierte, sagt Storkenmaier. „Es ist eine Mischung aus Kultur- und Hilfsreise. Wir möchten den Teilnehmern zum einen Land und Leute näherbringen und zum anderen zeigen, wie wir uns für die Menschen vor Ort einsetzen“, sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende. Im Fokus der Reise stehen Besichtigungen verschiedener DNH-Projekte im ganzen Land. Schulen und Lehrerausbildungszentren stehen ebenso auf dem Reiseplan wie Tempel und Klöster sowie National- und Elefantenparks.

Die Reisenden bekommen in den verschiedenen Städten und Dörfern zudem einen Eindruck von der Kultur, der Natur und der Tierwelt Nepals. Ausgangspunkt der Reise ist die Hauptstadt Kathmandu. Wer möchte, kann eine Stadtbesichtigung oder einen Rundflug in das Mount-Everest-Gebiet buchen.

Die DNH bietet die Projektreise vom 18. März bis 7. April 2017 zusammen mit Tembas Nepal Trek, ihrem Partner vor Ort, an. Die Kosten liegen bei mindestens 1 685 Euro, je nach Anzahl der Teilnehmer. Dazu kommen die Kosten für den Flug (etwa 800 Euro), um den sich die Reisenden selbst kümmern müssen. Wer mit möchte, muss sich bis einschließlich 15. Oktober 2016 bei Tembas Nepal Trek unter info@tembasnepaltrek.com anmelden.

Quelle: StZ

zuletzt geändert am 2016-08-19 16:42:47



Prinz Harry besucht Nepal
am 2016-03-20 16:38:45

Fast ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben ist Prinz Harry zu Gast in Nepal.
Der Brite besucht zerstörte historische Stätten - und legt bei den Wiederaufbauarbeiten selbst Hand an.

Kathmandu - Mit Blumen und einem orangefarbenen Blütenkranz ist Prinz Harry (31) zum Auftakt seiner Nepal-Reise in Kathmandu empfangen worden. Der Enkel der Queen machte sich am Sonntag in Nepals Hauptstadt ein Bild von den Auswirkungen des verheerenden Erdbebens, das den Himalaya-Staat vor rund einem Jahr erschüttert hatte. Zahlreiche Nepalesen kamen, um einen Blick auf den Prinzen zu erhaschen. Der Kensington Palast dankte ihnen bei Twitter für den herzlichen Empfang.

Harry besuchte im Kathmandu-Tal die Arbeiten zum Wiederaufbau der beim Beben zerstörten und beschädigten Pilger- und Weltkulturerbestätten. Dabei legte er selbst Hand an: Harry versuchte wie die nepalesischen Kunsthandwerker, prunkvolle Holzschnitzereien wiederherzustellen.

Treffen mit der Präsidentin

Den zahlreichen Todesopfern des Bebens vom 24. April 2015 sprach der Prinz seine Hochachtung aus. „Ich hoffe, alles dafür tun zu können, um auf die Widerstandskraft des nepalesischen Volkes aufmerksam zu machen“, sagte der Prinz, der die insgesamt fünftägige Reise am Vortag begonnen hatte. Seit seiner Ankunft traf er bereits den nepalesischen Premier K.P. Sharma Oli und Präsidentin Bidhya Devi Bhandari.

Mit der Politikerin wird er am Mittwoch ein Gipfeltreffen eröffnen, das auf die Rechte von Mädchen und jungen Frauen aufmerksam machen soll. Auch ein Treffen Harrys mit nepalesischen Gurkha-Elitesoldaten, mit denen er in Afghanistan im Einsatz war, stand auf dem Plan.

Quelle: StZ




Bergsteigerdrama in 3-D: „Everest“ (Verfilmung)
am 2015-09-17 16:29:10

Wer sich nicht selbst ins Hochgebirge traut, kann den Stress in der Wand im Kino erleben.
Man sollte sich die Anorakfarben merken, um die Figuren auseinander halten zu können.
In „Everest“ scheinen Abgründe und Schneemassen zum Greifen nah.

Mehr als 250 Menschen sind bei der Besteigung des Mount Everest bisher ums Leben gekommen. Aber der mit 8848 Metern höchste Berg der Welt hat für Bergsteiger und Abenteurer auf der Suche nach dem superlativen Kick nichts an Attraktivität verloren. Nun blickt der isländische Regisseur Baltasar Kormákur in „Everest“ auf eines der größten Desaster der Bergsteigergeschichte zurück.

Mehr als dreißig Alpinisten versuchten am 10./11. Mai 1996 auf der Nord- und der Südroute den Gipfel des Everest zu erreichen. Ein plötzlich hereinbrechender Wetterumschwung verwandelte den Abstieg in eine Tragödie, in deren Verlauf acht Menschen ums Leben kamen. Für sein Bergdrama hat Kormákur nicht nur IMAX- und ­3-D-Technologie zur Verfügung gestellt bekommen, sondern auch eine hochkarätige Besetzung unter Vertrag genommen.

Sicherheit statt Gipfelsturm

In das Drama hinein führt uns der erfahrene neuseeländische Bergsteiger Rob Hall (Jason Clarke), der zu Hause seine schwangere Frau (Keira Knightley) zurücklässt und nach Kathmandu aufbricht. „Adventure Consultants“ nennt sich sein Unternehmen, das zahlungskräftige Kundschaft für einen Reisebeitrag von bis zu 65 000 Dollar auf den Gipfel des Everest bringen will. Hall ist eine durch und durch Vertrauen erweckende Persönlichkeit. Die Sicherheit der Kunden steht für ihn an erster Stelle. Eine Gipfelsturmgarantie gibt es hier nicht.

In der abendlichen Runde stellt der Journalist Jon Krakauer (Michael Kelly) die Gretchenfrage: „Warum tut man sich das an?“ Die Antworten fallen, gemessen an der Gefahr und der Anstrengung, die mit dem Aufstieg auf einen Achttausender verbunden ist, überraschend nichtssagend aus. Die japanische Bergsteigerin Yasuko Namba (Naoko Mori) – die einzige Frau in der Runde – will den letzten der sieben „Summits“ zu ihrer Sammlung hinzufügen. Der reiche Texaner Beck Weathers (Josh Brolin) kann nur in der Höhenluft dem Gefühl der Lebensleere entfliehen. Der britische Postbote Doug Hanson (John Hawkes) will zeigen, dass auch einfache Leute wie er Außergewöhnliches vollbringen können.

Höhenangst auf der Aluleiter

Der Rest der Gruppenmotivation bleibt nebulös, und damit mogelt sich Kormákur um die Kernfrage eines jeden Bergsteigerdramas herum. Vielleicht weil er weiß, dass die Motive weniger etwas mit Heldenmut als mit masochistischer Selbstüberschätzung zu tun haben – was sich in dem Erzählschema einer Blockbuster-Produktion schlecht vermitteln lässt. Ohnehin gibt sich „Everest“ als Ensemble-Stück viel zu früh mit oberflächlichen Figurencharakterisierungen zufrieden, auch wenn die erfahrene Schauspielerriege aus den wenigen Anhaltspunkten, die das Drehbuch von William Nicholson und Simon Beaufoy liefert, das Maximale herauszuholen versucht.

Quelle: StZ

zuletzt geändert am 2015-09-17 16:29:10



Warten auf die Urlauber
am 2015-07-13 16:22:16

Nach dem Erdbeben in Nepal liegt der Tourismus brach. Dabei sind viele Regionen nicht beeinträchtigt. Auch die Hauptstadt Katmandu ist bei nicht so stark zerstört, wie viele potenzielle Reisende annehmen.


Kathmandu - Es fühlt sich komisch an, hier zu sitzen und Kaffee zu trinken“, sagt die 28-jährige Stefanie Wenzel. Mit ihrer Freundin sitzt die Frankfurterin in einem normalerweise gut besuchten Café in Thamel, dem Touristenviertel von Kathmandu. Jetzt sind außer den beiden nur drei weitere Gäste dort. Die größte Zerstörung haben die Erdbeben im April und Mai in den Dörfern nahe der Epizentren nördlich der nepalesischen Hauptstadt angerichtet.

In der Stadt selbst hat es die historischen Stätten, die maroden Altstadthäuser und jene Gebäude getroffen, bei denen Bauvorschriften missachtet wurden. Der größte Teil der Metropole ist aber heil geblieben. „Wir haben uns sehr gewundert, denn wir hatten gehört, Kathmandu sei völlig zerstört“, sagt Stefanie Wenzel. „Aber es fühlt sich doch alles seltsam normal an.“

Wenzel war mit ihrer Freundin aus Israel auf der Trekkingroute zum Everest Base Camp unterwegs, als die Erde bebte. Glücklicherweise durchquerten sie beide Male gerade ein Waldstück, wo sie sicher waren. Wenzel ist hin und hergerissen, ob sie noch bleiben und Freiwilligenarbeit leisten soll. Viele der Touristen, die jetzt noch in Nepal sind, haben sich kleinen lokalen Initiativen angeschlossen und bringen Hilfsgüter in zerstörte Dörfer. Wenzel denkt zugleich an ihre Mutter: „Sie war schon beim Arzt, weil sie sich solche Sorgen macht.“
Viele kleine Läden haben ihre Rolltüren heruntergelassen

Das Touristenviertel von Kathmandu brodelt in der Saison nur so vor Rucksacktouristen, Hippies, Rikschas, fliegenden Händlern und falschen Heiligen, die den Touristen das Geld aus der Tasche locken. Jetzt liegt es verlassen da. Ein Souvenirladen reiht sich an den anderen, dazwischen Restaurants, Cafés, Buchläden und Geschäfte für Trekkingbedarf. Viele der kleinen Läden haben geschlossen und ihre Rolltüren heruntergelassen.

Laxman Raj Upretee’s Trekkingshop ist einer der wenigen, die geöffnet sind. Der Inhaber verkauft Schlafsäcke, Daunenjacken, Schuhe und Gerät für Wanderer. Normalerweise bummeln jetzt zur besten Trekkingsaison jeden Tag hunderte Touristen aus aller Welt an seinem Laden vorbei. Trotz der großen Konkurrenz macht er dann gute Geschäfte. Heute ist das anders. „Nur zwei Kunden waren da“, sagt Upretee. Verkauft hat er nichts.Seinen Mut hat er trotzdem nicht verloren. Es lohne sich nicht, sich Sorgen zu machen, sagt er. „Wir müssen jetzt abwarten.“ Er lächelt verhalten – eine typisch nepalesische Art, mit schwierigen Situationen umzugehen. Er hoffe, dass die Touristen bald zurückkommen – wenn nur die Erde ruhig bleibt.
Selbst Gäste, die schon gebucht haben, bleiben weg

Das hofft auch Dem Pun. Dem 38-Jährigen gehört die „Buddha-Bar“, ein beliebter Treffpunkt für Rucksacktouristen, in einer Seitengasse der Haupteinkaufsstraße von Thamel. Der zu den Seiten offene Raum ist liebevoll mit buddhistischen Bildern und bunten Lampen gestaltet. Die mit traditionellen Futons ausgelegten Sitzecken sind fast leer. Nur in einer sitzen zwei Männer mit Dreadlocks und eine Frau mit weitem Blumenkleid. Sie rauchen Shisha. Es sind die Angestellten von Pun. Sie kommen aus umliegenden Dörfern, die beim Beben völlig zerstört worden sind. Ihren Job in Puns Bar brauchen sie in diesen Tagen mehr denn je.

Neben der Bar betreibt Pun eine kleine Lodge für Ökotourismus in der Nähe seiner Heimatstadt Pokhara. Seine Gäste kommen für Yogaseminare oder zum Wandern, aber auch dort sei derzeit niemand, sagt Pun. „Wir hatten viele Buchungen, aber alle haben abgesagt.“ Dabei ist Pokhara nicht vom Erdbeben betroffen. „Die Leute haben einfach Angst“, sagt Pun. Selbst seine bereits gebuchten Gäste für die zweite Hauptsaison im Herbst wollen nicht mehr kommen. Fast allen Reiseveranstaltern geht es derzeit ähnlich. Für sie bedeuten die Absagen einen Totalausfall, denn die Gäste bezahlen gewöhnlich erst bei der Ankunft.
Junge Nepalesen müssen Arbeit im Ausland suchen

Der Tourismus macht etwa zehn Prozent des nepalesischen Bruttoinlandsprodukts aus und ist neben der Landwirtschaft und dem Geld, das Nepalesen im Ausland verdienen, der größte Wirtschaftszweig. Wenn der Tourismus wegbricht, werden noch mehr junge Nepalesen gezwungen sein, nach Malaysia oder in die Golfstaaten zu gehen und dort unter menschenverachtenden Bedingungen auf dem Bau oder in Fabriken zu schuften.

„Zumindest die Bergsteiger und Kletterer sollten sich nicht abschrecken lassen. Sie suchen doch schließlich das Abenteuer“, sagt die 40-jährige Anusha Subramanian, selbst eine Hobby-Bergsteigerin aus Mumbai. „Sie könnten eine gesponserte Wanderung organisieren und damit Geld für die Betroffenen hier sammeln.“
Viele Nationalparks sind gar nicht betroffen

Subramanian hatte im April noch das Everest Base Camp besucht. Gleich nach dem ersten Erdbeben kam die Journalistin mit einem Freund zurück, um zu berichten und zu helfen. Nun schreibt sie gegen ihre indischen Medienkollegen an. „Sie haben es dargestellt, als stünde hier kein einziges Haus mehr“, sagt ihr Freund Tanveer Wani . Dabei sind die Nationalparks im Süden, Buddhas Geburtsort Lumbini und die exotischen Routen nach Mustang und Dolpo überhaupt nicht betroffen. Auch Rafting, Paragliding und Dschungelsafaris sind möglich. Subramanian und Wani versuchen, ihre Bekannten zu überzeugen, dass Nepal immer noch eine Reise wert ist. „Wenn die Touristen zurückkommen, wäre das die größte Hilfe für Nepal“, sagt Wani.

Stefanie Wenzel ist trotz allem begeistert von dem Land, und sie ist sicher, dass sie wiederkommen wird. „Ich fahre jetzt wirklich nur wegen meiner Familie nach Hause“, sagt sie.

Quelle: StZ

zuletzt geändert am 2015-07-13 16:22:16



Verheerendes Beben in magischer Gegend
am 2015-05-15 15:51:32

Der Intendant der Württembergischen Landesbühne, Friedrich Schirmer, und seine Frau Andrea Güstrau engagieren sich seit Jahren für ein Kloster in Nepal. Auch dort sind die Zerstörungen gewaltig.

Die Nachrichten, die den Intendanten der Württembergischen Landesbühne Esslingen (WLB), Friedrich Schirmer, und seine Frau Andrea Güstrau in diesen Tagen aus Nepal erreichen, sind niederschmetternd. Seit 2001 reist Andrea Güstrau jährlich ein bis zwei Mal ins nepalesische Kloster Serlo in Rinpoche, einem kleinen Bergdorf 150 Kilometer östlich von Kathmandu abseits der Tourismusströme, und pflegt dort einen tief freundschaftlichen Kontakt mit dem Abt Tulku Pema Tharchhin Lama Rinpoche.

Seit vier Jahren begleitet sie Friedrich Schirmer – wann immer er kann. Doch wenn Andrea Güstrau und Friedrich Schirmer das nächste Mal nach Nepal reisen, wird nicht mehr viel so sein wie es bisher gewesen ist.

Das erste Erdbeben in Nepal hatte das Kloster und die beiden von Schirmer und Güstrau betreuten Hilfsprojekte bereits deutlich beschädigt. Vieles aber, so die zunächst erfreulichen Nachrichten aus Nepal, hätte durchaus wieder repariert werden können. Doch dann kam der Dienstag und das zweite Beben, dessen Epizentrum nur 15 Kilometer vom Kloster Serlo entfernt gelegen hat.

Die Schäden am Kloster sind verheerend

Die Schäden im angrenzenden Ort Jumbesi sind verheerend –, und auch das Kloster kann nicht mehr betreten werden: Das Wohnhaus für die rund 100 jungen Mönche, die Küche und die Gompa, also die Kirche, in deren oberer Etage sich auch Wohn- und Unterrichtsräume befunden haben, müssen neu gebaut werden. Ein Jugendzentrum im benachbarten Bhakanje, für dessen Bau Friedrich Schirmer und Andrea Güstrau in den vergangenen drei Jahren Spenden gesammelt und den Aufbau intensiv begleitet haben, ist eine Woche vor der offiziellen Eröffnung zumindest teilweise eingestürzt. „Dieses Ausmaß an Zerstörung macht mich sprachlos“, sagt Andrea Güstrau. Nach dem ersten Beben habe sie noch die Hoffnung gehabt, dass diese „wunderbaren Menschen, die mit Ernsthaftigkeit, Ruhe, aber auch mit Humor unter einfachsten Bedingungen leben, mit maßvoller, stetiger Unterstützung von uns die Situation aus eigener Kraft hätten bewältigen“ könnten. Doch jetzt weiß sie, dass es ohne massive finanzielle Hilfe von außen nicht gelingen wird, die Folgen der Naturkatastrophe zu bewältigen.

Eine Kette von Zufällen

Ein Zufall hat Andrea Güstrau nach Nepal gebracht. Zwar hatte die Ärztin schon immer einen inneren Bezug zur tibetischen Medizin. Doch nach Nepal gekommen ist sie unmittelbar nach ihrem Studium nur, weil eine Freundin, die sich eigentlich an einem Entwicklungshilfeprojekt in Nepal beteiligen wollte, eine Stelle bekommen hatte und der Platz im Team frei wurde. Ziel der Reise war es, sich mit tibetischen Ärzten auszutauschen, voneinander zu lernen und die Gesundheit der Landbevölkerung zu erhöhen. „Es gibt viele Bereiche im Gesundheitswesen, da ist die westliche Medizin der tibetischen überlegen“, sagt Andrea Güstrau. „Aber mit Hilfe der tibetischen Medizin kann es hervorragend gelingen, das Energiesystem der Menschen auszubalancieren und etwa Bluthochdruck oder Zuckererkrankungen in den Griff zu bekommen.“

Schon damals lernte sie das Kloster Serlo kennen – und hält seither intensiven Kontakt. Der klassischen Entwicklungshilfe steht Andrea Güstrau kritisch gegenüber: „Ich habe gelernt, dass es nicht hilft, fertige Ideen in ärmere Länder zu exportieren. Wichtig ist es vielmehr, sich gegenseitig zuzuhören, voneinander zu lernen und gemeinsam Projekte zu entwickeln.“

„Das Kloster erinnert mich an Hogwarts – ohne Mädchen“

2011 ist Friedrich Schirmer nach anfänglichen Zweifeln, ob er als 60-Jähriger die strapaziösen Wanderungen im Himalaja-Gebiet überhaupt noch schaffen kann, das erste Mal dabei. „Es war vom ersten Moment an eine magische Gegend“, erzählt er und fügt lächelnd hinzu: „Das Kloster selber erinnert mich an Hogwarts – allerdings ohne Mädchen.“

Und wieder ist es Zufall, dass gleich beim ersten Besuch ein erstes Projekt entsteht. Schirmer und Güstrau springen zunächst als Übersetzer und schließlich auch als engagierte Mitstreiter bei landwirtschaftlichen projekten ein. Es geht um einfache Bewässerungssysteme, um die richtige Terrassierung, und die Schirmers helfen finanziell, damit das Kloster Trenntoiletten bauen kann. „Geruch entsteht erst, wenn Kot und Urin zusammenkommen“, erläutert Schirmer. „Dabei sind beides für sich genommen wertvolle Düngestoffe.“ Mit großer Offenheit und Neugier hätten die Menschen auf die Vorschläge reagiert und voller Energie sich an die Umsetzung des Projekts gemacht.

Doch jetzt hat das Erdbeben die Trenntoiletten wieder zerstört. Allerdings, da ist Andrea Güstrau optimistisch: Ganz am Anfang müsse man jetzt nicht wieder anfangen. Denn das Wissen um die Sinnhaftigkeit solcher Maßnahmen sei mittlerweile vorhanden. Was fehlt, ist Geld. Spenden – natürlich gegen Spendenbescheinigung – lassen Güstrau und Schirmer, die mit der kleinen Organisation Medhimal zusammenarbeiten, direkt ohne jeglichen Abzug und in bar zum Kloster transportieren. Friedrich Schirmer: „Ich verspreche, dass jeder Euro dort ankommt.“

Die Hilfe kommt direkt bei den Betroffenen an

Ansprechpartner
Die Hilfe für das Kloster in Serlo ist für Andrea Güstrau und Friedrich Schirmer eine Herzensangelegenheit. Wer Näheres über das Projekt und die Folgen des Erdbebens erfahren will, kann sich entweder direkt an Friedrich Schirmer, Telefon 01 71/3 30 72 56, per mail an friedel.schirmer@t-online.de oder an Andrea Güstrau unter 01 71/6 90 72 98, per Mail an guestrau@hotmail.com wenden.

Spenden
Momentan zieht die nepalesische Regierung alle Hilfsgelder, die sich nicht auf langjährig bestehende Patenschaften beziehen, zentral ein. Deshalb lassen Friedrich Schirmer und Andrea Güstrau zusammen mit der kleinen Organisation Medihimal das Geld in bar zum Kloster Serlo bringen. Damit wird gewährleistet, dass die Hilfe zu 100 Prozent bei den direkt Betroffenen ankommt.

Quelle: StZ

zuletzt geändert am 2015-05-15 15:52:32



Auch Facebook spendet für Nepal
am 2015-04-18 16:56:10

Die Zahl der Spenden ist beeindruckt hoch, auch Facebook legt in der weltweiten Solidaritätsbekundung nach und will Millionen von Dollar spenden. Dazu sind aber auch die Nutzer aufgefordert.

Das Unglück von Nepal macht betroffen und führt zu einer immensen Summe von Spenden weltweit. Auch das soziale Netzwerk Facebook beteiligt sich daran und gibt nun jedem Nutzer die Möglichkeit, beim Einloggen für Nepal zu spenden. Facebook-User bekommen in ihrem News-Feed eine entsprechende Spendenoption angezeigt.

Dabei wird das Unternehmen sämtliche Spenden mit einer Summe von bis zu zwei Millionen Dollar verdoppeln, das Geld soll zu 100 Prozent an das International Medical Corps gehen.

Das Geld soll deren mobilen Notfalldienst mit Ärzteteams, Medikamenten und anderen Hilfsmitteln wie Hygieneartikeln und Wasserreinigungstabletten ausstatten.

Quelle: StZ

zuletzt geändert am 2015-04-18 16:59:10